Hypnose und Hypnotherapie

Hypnose und Hypnotherapie

Wenn Sie sich für Hypnose interessieren, sind Sie hier genau richtig. Häufig gibt es allerdings Vorstellungen über Hypnose, die einen falschen Eindruck vermitteln. Verbunden ist es meistens mit irgendeiner Form von Bühnenhypnose, in der ein Mensch unter hypnotischem Einfluss irgendwelche lächerlichen Dinge tut und sich hinterher nicht daran erinnern kann.

Hypnose als erfolgreiche Behandlungsmethode gegen Schmerzen und bei Operationen ist im Laufe der Geschichte schon vielfach angewandt worden, aber erst im Laufe der letzten 50 Jahre für bestimmte Behandlungen wieder entdeckt worden. Als Begründer der modernen Hypnose gilt Milton Erickson, ein amerikanischer Psychiater, der in seiner Kindheit Anfang des letzten Jahrhunderts an Kinderlähmung litt und dank eigener Suggestionen das Laufen wieder erlernt hat. Erickson hat später während seiner beruflichen Praxis Hypnose und hypnotische Methoden in der Psychotherapie sehr erfolgreich und wegweisend eingesetzt und damit einer neuen therapeutischen Methode zum Durchbruch verholfen.

 

Was ist Hypnose?

In der Hypnose wird eine Trance erzeugt, in der das Unbewusste oder Unterbewusste im Menschen angesprochen wird. Erickson war davon überzeugt, dass das Unbewusste für 90% unserer Gedanken, Gefühle und Handlungen verantwortlich ist.

Trance ist somit ein spezifischer Zustand des Gehirns wie Wachbewusstsein, Schlaf, Koma oder Narkose. Die Aufmerksamkeit ist sehr fokussiert, alles Unwesentliche wird ausgeblendet.

Es ist so, als wenn man ein gutes Buch liest und tief in die Geschichte eintaucht. Einige Menschen kennen diesen Zustand von Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Yoga. Wieder andere erleben eine Art Trance beim Tanzen zu entsprechender Musik oder eintönigem Autofahren auf der Autobahn. Allen ist gemein, dass man sich in einem entspannten Zustand befindet, wo der Verstand und das kritische Urteilsvermögen herabgesetzt sind und die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Wahrnehmungsausschnitt gerichtet ist, in dem Suggestionen leichter und müheloser wirken.

 

Was passiert bei Hypnose im Gehirn?

Das Gehirn verbraucht in einer hypnotischen Trance mehr Glukose und arbeitet auf einem höheren Energieniveau als im Wachzustand. Die linke Gehirnhälfte, die normalerweise mehr genutzt wird für den sprachlichen und kognitiven Ausdruck, ist weniger aktiv, während die andere Gehirnhälfte mehr genutzt wird. Außerdem kommunizieren linke und rechte Gehirnhälften mehr als im normalen Zustand. In Trance dominieren Alpha-Wellen, die typischerweise dann auftauchen, wenn Körper und Geist entspannt sind. Und sobald kreative Impulse oder Gefühle auftauchen, zeigt sich das im EEG als Theta-Wellen.

Mittels moderner bildgebender Verfahren der Hirnforschung ist es gelungen, in verschiedenen Studien nachzuweisen, dass eine hypnotische Trance-Induktion zu plastischen Veränderungen im menschlichen Gehirn führt. Der Mensch erlebt sprichwörtlich das in Bildern, was an Suggestionen gegeben wird. Wenn z.B. eine rote Farbe induziert wird, aktivieren sich die Areale im Gehirn, die für farbiges Empfinden zuständig sind. Wenn der Mensch gebeten wird, sich in Trance ein Bild von Strand und Meer zu machen, führt das neben den Aktivierungen für bildhaftes Empfinden im Gehirn darüber hinaus zu vermehrten Aktivitäten des Sehzentrums. Die Person erlebt die Dinge tatsächlich, kann sie mit ihren unterschiedlichen Sinnen wahrnehmen. Insofern wirken positive Suggestionen in Form von Lösungsmöglichkeiten und neuen Qualitäten wesentlich nachhaltiger als wenn sie nur ausgedacht oder logisch konstruiert sind.

 

Was kann durch Hypnose erreicht werden?

Der Verstand ist in der heutigen Gesellschaft häufig überlastet, geprägt durch permanentes Denken und Grübeln sowie durch negative Glaubenssätze und unverarbeitete Gefühle. Der Verstand kann zwar dafür sorgen, dass es eine Motivation oder einen Entschluss für eine wünschenswerte Änderung des Verhaltens gibt. Aber häufig konterkariert ein anderer Teil des Verstandes die Umsetzung der Veränderung direkt wieder „Ich werde es sowieso nicht schaffen“, „Ich bin zu schwach“, „Ich bin nicht intelligent, nicht gut genug, nicht.......“. Jede/r von uns kennt solche Gedankenmuster.

Prägungen aus der Kindheit und Jugend und negative Erlebnisse haben sich zu sehr manifesten Glaubenssätzen herauskristallisiert, mehr, als es uns manchmal im wachen Zustand bewusst ist.

Mit hypnotischen Verfahren können alte Verhaltensmuster und Glaubenssätze gemindert, gelöst und gelöscht werden und positive und wünschenswerte Leitbilder und anzustrebende Qualitäten verstärkt werden, die verblüffenderweise nachhaltig wirken und zwar oft viel schneller und müheloser als es mit anderen Verfahren der Fall ist.

Aber auch in der Kombination mit anderen Behandlungsformen wie systemischer Therapie oder Verhaltenstherapie werden gute Erfolge erzielt. Wichtig dabei ist zu erwähnen, dass es nicht darum geht, alle unangenehmen Gefühle oder Glaubenssätze einfach nur zu löschen. Oft geht es zunächst darum, die unangenehmen Gefühle überhaupt einmal wahrzunehmen, sich der Bedeutung der Gefühle oder Glaubenssätze bewusst zu werden, um sich selbst besser kennenzulernen und diesen Prozess als Teil des eigenen Wachstumsweges zu begreifen, bevor sich bestimmte Anteile, gerne mit Hypnose, verabschieden dürfen.

 

Kann sich jede/r hypnotisieren lassen?

Man kann keinen Menschen hypnotisieren, wenn er es nicht will, und der/die Hypnotisierte kann sich hinterher erinnern, was in der Hypnose gesagt worden ist.

Insofern gibt es immer eine Zusammenarbeit zwischen dem/der Hypnotiseur/in und dem/der zu Hypnotisierenden. Eine Person möchte einen unerwünschten oder leidvollen Zustand ändern oder einen neuen installieren und sucht dafür Unterstützung. Oder sie möchte bereits vorhandene Ressourcen weiter stärken.

Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass es Menschen gibt, die leichter suggestibel sind als andere, aber das heißt letztlich nichts. Sich in einen entspannten Zustand zu versetzen oder versetzen zu lassen, kann man mit ein wenig Übung lernen.

 

Was haben Sie zu erwarten, wenn Sie zu mir in eine Hypnosesitzung kommen?

Schon am Telefon oder über email können Sie mir schildern, worum es Ihnen genau geht. Leiden Sie an Ängsten oder Panikattacken, möchten Sie alte Glaubenssätze auflösen, möchten Sie aufhören zu rauchen oder Ihr Gewicht reduzieren, um einige Beispiele zu nennen? Je nachdem, welches Thema Sie mitbringen, würde ich ggf. mit Ihnen zunächst ein Anamnese- oder Erstgespräch führen, in dem wir herausfinden, ob Hypnose die alleinige Behandlungsmethode sein wird oder ob sie sich mit anderen therapeutischen Methoden, die ich ebenfalls anbiete, sinnvoll kombinieren lässt.

Wenn wir uns für Hypnose als Methode entschieden haben, werden wir gemeinsam festgelegen, wie viele Sitzungen mindestens erforderlich sind (z.B. bei Nichtraucherhypnosen sollten es mindestens 4 Sitzungen sein).

 

Was kann mit Hypnose behandelt werden?

Es gibt bestimmte Möglichkeiten der Veränderung, die mit Hypnose gut zu erreichen sind, weil diese Behandlungen schon häufig erfolgreich durchgeführt wurden:

 

  Ängste, Panik, Phobien

In diesem Themenfeld gibt es günstige Prognosen, weil sich die hypnotische Behandlung verblüffend direkt an das Unbewusste wendet. Es ist jeweils zu klären, ob sich hierbei um tief sitzende Ängste handelt und die Hypnose in eine psychotherapeutische Begleitung integriert wird oder ob es um eine bestimmte Angst (z.B. Flugangst) oder Phobie (z.B. Spinnenphobie) geht, wo ausschließlich Hypnose angewandt werden soll.

 

  Depressionen

Depressionen und depressive Episoden können haben verschiedene Ursachen, darüber hinaus spielt eine Rolle, ob sich jemand in ärztlicher Behandlung befindet oder Medikamente bekommt. Von daher ist in einem Anamnesegespräch zunächst zu klären, welche therapeutischen Methoden für die Behandlung einer Depression geeignet sind. Hier kann es Sinn machen, verschiedene Ansätze miteinander zu verbinden und hypnotherapeutische Elemente zu integrieren.

 

  Alte Glaubenssätze, Selbstwert und Selbstbewusstsein

Hier kann Hypnose sehr unterstützend wirken, ggf. auch mit anderen therapeutischen Methoden, die auf meiner Website aufgeführt sind.

 

  Schlafstörungen

Nichtorganische Schlafstörungen sind mit Hypnose gut zu behandeln, wobei es vor allem darum geht, das gesamte Körper-Geist-System dauerhaft wieder in einen entspannten Zustand zu bringen. Allerdings spielen auch hier die begleitenden Umstände eine große Rolle wie z.B. eine gute Schlafhygiene und geeignete Schlafrituale. Das wird ebenfalls Inhalt der Sitzung sein.

 

  Raucherentwöhnung

Sich das Rauchen abzugewöhnen, ist ein großes und erfolgreiches Anwendungsfeld für Hypnose. Bevor Sie zu mir kommen, sollten Sie sich entschieden haben, wann Sie die letzte Zigarette rauchen wollen. Es sind auf jeden Fall mehrere Sitzungen in gewissen Abständen erforderlich, die wir zusammen vereinbaren. Je eindeutiger die Entscheidung gefallen ist, das Rauchen aufzugeben, umso besser kann die Hypnose wirken.

Wenn Sie sich noch nicht sicher sind und bei dem Entscheidungsprozess Unterstützung haben wollen, geht das ebenfalls mit Hypnose.

Darüber hinaus können Hypnose-Sitzungen hilfreich sein bei Menschen, die bereits mit dem Rauchen aufgehört haben und sich eine Begleitung für einen gewissen Zeitraum wünschen, um nicht wieder damit anzufangen und nicht in anderen Ersatzhandlungen wie Essen oder Alkohol zu landen.

 

  Gewichtsreduzierung/Süßigkeiten- und Esssucht

In diesem Anwendungsfeld geht es vor allem darum, eine mentale Unterstützung zu finden für den Prozess der Gewichtsabnahme und ein Hineinfinden in das Wunschgewicht. Dazu gehört auch eine Änderung des bisherigen Essverhaltens und ggf. ein gemäßigtes Diät-Programm und Formen der körperlichen Bewegung, was ebenfalls Thema in der Sitzung sein wird.

Auch verschiedene Formen von Süßigkeiten- und Esssucht können mit Hypnose unterstützend behandelt werden.

 

  Sexuelle Themen

Bei sexuellen Themen wie frühzeitige Ejakulation, Erektionsstörungen, Schwierigkeiten, einen Orgasmus zu bekommen, ist im Einzelfall zu prüfen, ob eine Hypnosebehandlung Sinn macht. Meistens ist sie dann erfolgreich, wenn keine organischen Störungen vorliegen und wenn in früheren Phasen schon Erfahrungen mit einem Zustand gemacht worden sind, zu dem man wieder gelangen möchte (z.B. Erektion länger halten können). Auch alle Zustände, die auf mangelnde Entspannung, Versagensängste und negative Gedanken zurückzuführen sind, haben eine Aussicht auf Besserung.

In den letzten Jahren ist das Thema Abhängigkeit von pornographischen Bildern und Darstellungen im Internet gestiegen und nimmt teilweise suchtartige Formen an. Hier können wir ebenfalls hypnotische Methoden begleitend zur gesprächstherapeutischen Arbeit einsetzen, wenn es bei Ihnen eine Motivation gibt, diesen Zustand zu ändern.

 

Meine Ausbildung

Ich habe eine mehrstufige Ausbildung zum Hypnosemaster bei Alfred Himmelweis in Berlin, absolviert, der selbst lange Erfahrungen mit verschiedenen Arten der Hypnose und Hypnotherapie und ihren Anwendungsfeldern hat. Darüber hinaus arbeite ich schon seit Jahren mit verschiedenen Formen der Trance zur Entspannung, in Massagen oder in der systemischen Therapie.