Für eine intensive und bewusste Sexualität

Männer haben es heutzutage nicht leicht. Die Leistungsanforderungen in Beruf und Privatleben sind gestiegen. Es ist manchmal schwierig, alle Dinge unter einen Hut zu bringen.

Das trifft auch auf die Themen körperliche Nähe, Intimität und Sexualität zu.

Vor allem unter Stress haben Männer oft das Gefühl, dass sie sich gar nicht richtig spüren können, auch nicht, wenn sie mit einer Frau zusammen sind. Oft wissen Männer auch nicht, was sie selbst wirklich brauchen oder was Frauen eigentlich wollen.

Manche haben eine vorzeitige Ejakulation oder bekommen gar keine stabile Erektion, obwohl nachweislich keine organischen oder medizinische Gründe vorliegen. Die Ursachen dafür liegen dann meistens im psychischen Bereich und können nicht immer, aber doch häufig ergründet und bearbeitet werden.

Viele Männer leiden darunter, dass sie zu wenig Sex von ihrer Partnerin bekommen. Da fehlt oft die Kommunikation über eine erfüllende Sexualität. Wenn Männer ihre Frauen bedrängen, ziehen sich die Partnerinnen oft noch mehr zurück und es beginnt ein manchmal verzweifeltes Betteln um Nähe und Sex. Aber es kann auch durchaus sein, dass sich Männer von der Lust ihrer Partnerinnen bedrängt fühlen. 

Homosexualität an sich ist nicht mehr so tabuisiert wie vor noch einigen Jahrzehnten. Aber eine nicht gelebte Homosexualität ist ebenfalls ein Thema, weshalb Männer in eine Sexualberatung kommen. Sie leben in einer Partnerschaft mit Frau und Kindern und entdecken erst nach Jahren, dass sie auch Neigungen für andere Männer haben, sich aber nicht trauen, sich das selbst einzugestehen oder sich ihrer Partnerin anzuvertrauen.

Pornokonsum im Internet bringen Männer ebenfalls als Thema mit in meine Praxis. Teilweise hat der Pornokonsum schon in der Kindheit/Jugenda angefangen, zum Teil kombiniert mit Drogenkonsum. Vielfach wird von den Männern geschildert, dass sie ihre Langeweile und Leere damit kompensieren, zum Teil haben sie selbst traumatische Erfahrungen mit Freunden, Vätern oder älteren Verwandten gemacht, die in ihrer Anwesenheit verstörende Pornos konsumiert haben und sie als Kinder/Jugendliche haben zuschauen lassen.

Wenn Männer in einer Partnerschaft leben, findet der Cybersex meist im Verborgenen statt, was auf einer Seite etwas Verlockendes hat, auf der anderen Seite aber mit Schuld und Scham behaftet ist. Wenn die Partnerinnen es herausfinden, gibt es oft wenig Verständnis bis hin zur Drohung einer Trennung. Die Männer leiden meist mit der Zeit unter ihrem als suchtartigen Pornokonsum, der manchmal nur noch einen winzigen Kick enthält, weil es fast keine Steigerungen mehr gibt. Zurück bleibt oft Ekel und eine gähnende und schmerzvoll empfundene Leere und die Frage, wie sie aus diesem Teufelskreislauf wieder heraus kommen. Des öfteren geht der suchtartige Pornokonsum im Internet einher mit einer mangelnden Erregung in der partnerschaftlichen Beziehung. Die Männer leiden unter zunehmender Empfindungslosigkeit zu ihrer Partnerin, wenn sich nicht gleichzeitig pornographische und gewaltpornographische Bilder in ihrem Kopf abspielen. Die Partnerinnen spüren diese Entfremdung und mangelnde Intimität und haben das Gefühl, dass ihr Partner sie gar nicht meint, wenn er mit ihnen schläft. Gegen die intensiven Stimulanzien im Internet haben die Partnerinnen gefühlt keine Chance.

Vermehrter Pornokonsum kann aber genauso von Männern genutzt werden, die nicht in einer Partnerschaft leben und diese Art der Stiumaltion als Ersatzbefriedigung sehen. Manchmal zieht sich diese Art der sexuellen Stimulanz über Jahre hin und verhindert die Möglichkeit, auf realem Wege eine Frau kennenzulernen. Exzessiver Pornokonsum kann mit der Zeit eine Reaktionshemmung auf natürliche Stimuli auslösen und eine erektile Dyfunktion nach sich ziehen.

Traumatische Erlebnisse in der Kindheit/Jugend, die bis heute in die Sexualität und Partnerschaft hineinspielen, sind ebenfalls ein Thema in der Sexualtherapie. Das können verstörende Bilder wie pornographische Darstellungen sein, die die Klienten als kleine Jungen gesehen haben oder sexuell missbräuchliche Handlungen, die an ihnen vollzogen wurden oder bei denen sie anwesend waren. Das Thema des sexuellen Missbrauchs an Jungen ist immer noch ein tabuisierter Bereich in unserer Gesellschaft, wobei mehr und mehr zutage tritt und aufdeckt, wie viele Jungen in ihrer Kindheit in ihren sexuellen Unversehrtheit verletzt wurden.

Zudem gibt es möglcherweise entwicklungstraumatische Erlebnisse in der Kindheit, die sich über einen längeren Zeitraum hinzogen und ihre Spuren hinterlassen haben wie elterliche Gewalt, Demütigungen, Verlassensein, Kontaktlosigkeit der Eltern gegenüber dem Kind oder mangelnde Einstimmung auf deren Bedürfnisse. All das kann dazu führen, dass die erwachsenen Männer in dem Bereich Partnerschaft und Sexualität Angst haben, sich mit dem zu zeigen, was sie belastet und dadurch ihre Männlichkeit nicht voll leben können. Auf der Symptomebene kann sich das in Orgasmushemmung, Erektionsschwäche und frühzeitigem Samenerguss ausdrücken.

Ein weiterer Grund, warum Männer in meine Praxis kommen, liegt darin, dass sie ihr sexuelles Wissen erweitern möchten, ihre Partnerin besser verstehen wollen oder sich von unpassenden Leistungsorientierungen lösen und ihre Sexualität bewusster und intensiver und auf eine andere Art erleben möchten. 

Welche Gründe Sie auch immer haben, Sexualberatung oder Sexualtherapie in Anspruch zu nehmen, Sie sind bei mir herzlich willkommen.